Liao Yiwus gewaltiger Haftbericht

Vier Jahre hat der oppositionelle chinesische Dichter Liao Yiwu in Haft verbracht. In seinem Buch “Für ein Lied und hundert Lieder” legt er Zeugnis ab – auf fast 600 wortmächtigen Seiten. Liao Yiwus Odyssee durch die chinesischen Gefängnissee beginnt in einem der berüchtigten Untersuchungsgefängnisse und endet in der “Umerziehung durch Arbeit”. Der Autor läßt sie alle auftreten, die Mörder und die Politischen, die Wächter und die inoffiziellen Zellenherrscher. Schockierend die Schilderung des Untersuchungsgefängnisses, in dem die Inhaftierten auf 20 m² ein “exaktes Modell der staatlichen Herrschaft” nachbilden, mit einer brutal aurechterhaltenen Hierarchie. Die “Speisekarte” der Strafmaßnahmen dürfte zum Widerwärtigsten gehören, was die zeitgenössische Literatur zu bieten hat. (Schwäb. Tagblatt, 26.8.2011)

“Für ein Lied und hundert Lieder” ist bei S. Fischer erschienen, 544 Seiten, 24,95 €

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