China zwischen Boom und Blase

Der IWF warnt vor Risiken im chinesischen Finanzsystem und mahnt Reformen an. Ein neuer Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) sieht wachsende Gefahren für den chinesichen Finanzsektor. Vor allem vier Risiken machen Sorge: 1. Die Kreditvergabe wurde im Zuge der Finanzkrise stark ausgeweitet. Ein großer Teil des Geldes ist in unprofitable Projekte geflossen und muß von den Banken abgeschrieben werden. 2. In China wuchert der inoffizielle Finanzsektor. Schattenbanken verleihen Geld zu Wucherzinsen von bis zu 100% und unterwandern so die Regulierungsversuche der Regierung. 3. Die Immobilienpreise schießen in die Höhe. 4. Chinas gegenwärtiges Wachstumsmodell führt zu wachsender Ungleichheit. Sollte es zu Problemen an mehreren Fronten kommen, wäre das Finanzsystem den Belastungen nicht gewachsen. Um die Risiken einzudämmen, brauche China grundlegende Reformen, so der IWF.

Professor Larry Lang aus Hongkong erkärte in einem Vortrag, dass es in jeder chinesischen Provinz dramatische Parallelen zu Griechenland gebe. Die addierten Verbindlichkeiten von Regierungen und staatseigenen Betrieben hätten die astronomische Summe von umgerechnet 5,68 Billionen Dollar erreicht und damit fast die Marke von hundert Prozent des BIP. Die damit verbundene Zinslast sei bedrohlich. In der chinesischen Wirtschaft herrschten Überkapazitäten von rund 30 Prozent, und der Immobilienboom mache rund 70% des BIP aus. Beides müsse über kurz oder lang zu einem scharfen Konjunktureinbruch führen. Außerdem sei die Inflationsrate in China weitaus höher als die offiziellen sechs Prozent, sondern bewege sich eher in der Größenordnung von 16 Prozent. (Stuttg. Zeitung, 16.11.2011)

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