Hillary R. Clinton über die Pazifik-Strategie der USA

Über die außenpolitische Strategie der USA schrieb Hillary R. Clinton im US-Magazin „Foreign Policy“. Nachdem die USA bald von den Lasten der Kriege in Afghanistan und Irak befreit sind, sei es nun Zeit zu überlegen, wie die Ressourcen der USA in Zukunft nutzbringend eingesetzt werden können. Für das 21. Jahrhundert sieht sie die größten Herauforderungen für die USA im asiatisch-pazifischen Raum. Dort werden die drei Giganten Indien, China und USA um ein neues Gleichgewicht der Kräfte ringen. Die USA wollen dabei weiter die dominierende Macht bleiben. Dazu sollen die Allianzen mit den bisherigen Hauptverbündeten in der Region verstärkt werden. Das sind u. a. die Philippinen, Indonesien, Japan, Singapur und Australien. Man will mit diesen Staaten die „Transpazifische Partnerschaft“ (TPP) formen, als Gegengewicht zu den ASEAN Staaten.

Chinas schnell wachsende Ökonomie braucht inzwischen mehr Energie als die einheimischen Ölquellen liefern können. Deshalb muss man verstärkt Öl aus dem Mittleren Osten importieren. Dieses kann bisher nur über den Seeweg nach China transportiert werden. Besonders die Straße von Malakka ist aber ein Nadelöhr, das leicht blockiert werden kann.

Hier sehen sich die USA durch ihre große Seemacht im Vorteil. Dies versucht China durch den Bau von Pipelines auszugleichen. So wird gerade eine Pipeline zum kaspischen Meer geplant, die durch das ökologisch sensible Pamirgebiet gehen soll.

Die USA dagegen wollen weg vom „Conflict Oil“ hin zum „Ethical Oil“, das man vor allem in der westlichen Hemisphäre und auf eigenem Territorium gewinnen will. Dazu sollen die Erdölreserven in Kolumbien und vor der Küste Brasiliens erschlossen werden, die Vorkommen im Golf von Mexiko und vor allem die Teersände in der Provinz Alberta in Kanada verstärkt ausgebeutet werden. Im eigenen Land hofft man durch neue Gewinnungstechniken (z. B Fracking) Reserven zu erschließen, die bisher nicht nutzbar waren. Dieses „ethische Öl“ kann aber nur mit großen Risiken für die Umwelt abgebaut werden.

Durch diese Schwerpunktsetzung deutet Außenministerin Clinton indirekt an, dass die Macht der USA nicht mehr ausreicht, um in allen Regionen der Erde die dominierende Kraft zu sein. Kritiker fürchten, dass die Rivalität im Pazifik zu einem neuen Wettrüsten oder gar einem Kalten Krieg zwischen den USA und China führen könnte. Dabei würden wohl beide Länder am Ende als Verlierer da stehen, so Michael Klare, Professor für Friedens- und Weltsicherheitsforschung am Hampshire College, Massachusetts.

Links:

Hillary R. Clinton in „Foreign Policy“:  www.foreignpolicy.com/articles/2011/10/11/americas_pacific_century?page=0,6

Hillary R. Clinton in „Foreign Affairs“:  www.foreignaffairs.com/articles/63005/hillary-rodham-clinton/security-and-opportunity-for-the-twenty-first-century

Bernard Gordon über die „TPP“ in „Foreign Affairs“: www.foreignaffairs.com/articles/136647/bernard-k-gordon/the-trans-pacific-partnership-and-the-rise-of-china

Michael Klare in Al Jazeera:  www.aljazeera.com/indepth/opinion/2011/12/2011129132510922889.html

Ethisches Öl: www.ethicaloil.org/about/

www.youtube.com/watch?v=1SjZlqbDudI

Teersandabbau und seine Folgen (aus „Abenteuer Wissen):  www.youtube.com/watch?v=a0i88OKU2I8

Hydraulic Fracturing, „Fracking“:  http://de.wikipedia.org/wiki/Hydraulic_Fracturing

Eine Studienarbeit zum Thema Oelsände: http://gw.eduhi.at/bundesarge/fba/Die_wirtschaftliche_Bedeutung_der_Oelsande_in_Kanada.pdf

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