Heftiger Wind in Peking

Durch das Internet fliegen chinesische Putschgerüchte, angefacht durch offizielles Schweigen. Das Gerücht von einem Putsch in Peking schwirrte einen Tag lang durch die chinesische Blogosphäre, bevor die Zensoren es verschwinden ließen. Seit der Absetzung von Politbüromitglied Bo Xilai in der vergangenen Woche wird in China über einen Machtkampf in der Führungsspitze der Kommunistischen Partei spekuliert. Da die offiziellen Medien zu dem Thema schweigen (müssen) und es keine offiziellen Nachrichten gibt, blühen die Spekulationen in den Mikroblogs. Nach den aus dem Netz verschwundenen Meldungen sollte der Aufstieg Bo Xilais in den Ständigen Ausschuss des Politbüros (der eigentliche Führungszirkel der KP Chinas) verhindert werden, weil angeblich zwei der neun Mitglieder des Ständigen Ausschusses vorgehabt haben sollen, mit Hilfe von Jiang Zemin Bo Xilai zum Parteichef zu machen und den bislang für diesen Posten designierten Xi Jinping auszumanövrieren.

Die Gerüchte ziehen durchs Internet, die Zensoren ziehen hinterher. Als Erstes brachte das Wort “Coup” keine Suchergebnisse mehr auf den Blogseiten. Auch der Name Bo Xilai konnte nicht mehr gefunden werden. (FAZ, 24.3.2012)

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