Minderheiten in China

Trotz einiger Privilegien klagen viele Völker im Riesenreich über den schleichenden Verlust ihrer Identität und den wachsenden Einfluss der chinesischen Volksgruppe. Bersonders betroffen sind die als Halbnomaden lebenden Tibeter.

China ist ein Vielvölkerstaat mit 55 anerkannten Minoritäten. 8,5% der chinesischen Bevölkerung oder 106 Millionen Menschen gehören nationalen Minderheiten an. Sie bewohnen 60% der Fläche Chinas, darunter nahezu alle strategisch wichtigen Grenzregionen. Zwar sind goße Gebiete in diesen meist abgelegenen Regionen für eine intensive Besiedlung nicht geeignet, doch haben sie wegen ihrer strategischen Lage eine besondere Bedeutung. Dort lagern wichtige Bodenschätze wie Erze, Gold und Uran.

Auf dem Papier stehen ihnen manche Privilegien zu: Für fünf der Großen – Tibeter, Uiguren, Mongolen, Zhuang und Hui – gibt es eigene autonome Gebiete, die den Provinzen gleichgestellt sind; dazu kommen autonome Bezirke, Kreise und Gemeinden, die insgesamt knapp zwei Drittel der Staatsfläche ausmachen. Für Völker mit weniger als zehn Millionen Angehörigen gilt die Ein-Kind-Familie nicht, ihnen stehen spezielle Hochschulen und eine bestimmte Zahl an Studienplätzen zur Verfügung. Aber die Sinisierung schreitet fort. Auch liegt die eigentliche Macht in der Hand der regionalen KP-Chefs, die fast immer Chinesen sind.

Viele Tibeter leben als Halbnomaden im Hochland. Peking will, dass sie in Dörfern und Städten sesshaft werden. Damit soll auch die Verödung der Landschaft durch Überweidung verhindert werden. (Schw. Tagblatt, 31.7.2012)

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