Wenn Puma oder Armani chinesisch werden

Das Markenamt in Peking schützt immer mehr imitierte Warenzeichen. Was ist zum Beispiel Armani Polo? Das ist eine in China ganz offiziell eingetragene Bezeichnung, die allerdings nichts mit den Ursprungsunternehmen zu tun hat. Dennoch genießt sie solange Schutz, wie die eigentlichen Namensgeber nicht klagen. Und selbst dann ist nicht klar, ob sie Recht bekommen. Den Nachahmern reichen schon ein paar zusätzliche Buchstaben, damit sie ihre Marken anmelden dürfen. So wird aus Gucci einfach Lu-Gucci, statt Prada lässt man Prada-Kny eintragen. In den großen Städten gibt es mehrstöckige Kaufhäuser, die fast ausschließlich Fälschungen verkaufen.

Der Markenmißbrauch ist geschäftsschädigend, die Marke wird verwässert, die Alleinstellung verschwindet, der Imageschaden ist enorm, die finanziellen Ausfälle und die Prozesskosten der betroffenen Branchen gehen in die Millionen. Berühmte Fälle betreffen auch grafische Elemente. 2009 verlor Daimler einen Rechtsstreit mit dem Baumaschinenhersteller Sany, jenem Unternehmen, das kürzlich den deutschen Betonpumpenbauer Putzmeister übernahm. Die Chinesen dürfen deshalb bis heute ein Emblem verwenden, das dem Mecedes-Stern ähnelt. (FAZ, 1.12.2012)

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