Buch "Die Sandelholzstrafe" von Mo Yan

Der chinesische Schriftsteller Mo Yan (1955 als Bauernsohn in der Provinz Shandong geboren) hat heute in Stockholm den Literaturnobelpreis erhalten. Er ist politisch umstritten, weil ihm eine zu große Nähe zum herrschenden Regime vorgehalten wird. Noch vor wenigen Tagen hat er die Zensur in China gerechtfertigt und verharmlost.

Aber wer hat seine sehr umfangreichen Romane in Deutschland gelesen? Einige von ihnen liegen in deutscher Übersetzung vor. Seine meisten Bücher sind historische Romane, deren Schauplatz die ostchinesische Kleinstadt Gaomi – die Heimat des Autors – ist.

Der Roman “Die Sandelholzstrafe” ist in der Zeit des Boxeraufstands (1900) angesiedelt und behandelt ganz nebenbei auch ein vergessenes Kapitel deutscher Kolonialgeschichte.  Mos Roman gestaltet die dramatischen und zum Teil grausamen Ereignisse nach der Logik des Theaters der Grausamkeit. Wie einige lateinamerikanische Autoren verschmilzt Mo vormoderne, archaische Erzählformen mit postmodernen Formspielereien. Mo selbst charakterisiert sein Werk mit der Formel vom “magischen Realismus”. (Stuttg. Zeitung, 10.12.2012)

Der Roman ist im Inselverlag erschienen, 654 Seiten, 29,80 €

 

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