China droht zu vergreisen

Chinas jahrzehntelange Ein-Kind-Politik hat Folgen: Im vergangenen Jahr gab es mehr als drei Millionen Erwerbstätige weniger in der Volksrepublik. Der Anteil alter Menschen droht dramatisch anzusteigen. 1979 wurde die Ein-Kind-Politik eingeführt, um das Bevölkerungswachstum einzudämmen. Peking hat damit erreicht, dass die Bevölkerung nicht mehr signifikant wächst. Auf derzeit 1,35 Milliarden Menschen kommen rund 190 Millionen die über 60 sind. Dieser Anteil wird bis 2040 auf rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung steigen. Im Gegenzug wird der Anteil der arbeitsfähigen Bevölkerung jährlich um drei Millionen Menschen sinken. Dieser Trend hat positive und negative Folgen. Einerseits geht ein Standortvorteil Chinas verloren und die Sozialkosten bei mehr alten Menschen steigen, andererseits werden Löhne und Binnenkonsum steigen, was zur Entstehung höherwertiger Arbeitsplätze beitragen wird. Zusätzlich wird Chinas anhaltende Urbanisierung (zur Zeit leben erst 52,6 % der Gesamtbevölkerung in Städten, zum Vergleich: in Deutschland 89%) in den nächsten 20-30 Jahren weitere 400 Millionen Menschen zu Stadtbewohnern werden lassen, pro Jahr also etwa 10-20 Millionen. Das geringere Arbeitskräftereservoir mindert also in den kommneden Jahren eher den Druck auf die Führung, als dass der Wirtschaft wirklich die Arbeiter ausgehen. (Schwäb. Tagblatt, 23.1.2013)

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