Xi Jinping – der große Unbekannte

Bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen (von 3000 Delegierten) wurde der im November gewählte Vorsitzende der Kommunistischen Partei Chinas – Xi Jinping – jetzt zum chinesischen Staatspräsidenten gewählt. Zudem ist er Vorsitzender der mächtigen Militärkommission. Er ist damit der mächtigste Mann Chinas. Xi ist 59 Jahre alt und Sohn eines einflussreichen Revolutionsveterans. Als “Prinzling” hat er sein gesamtes Leben im Kreis der Pekinger Parteielite verbracht. Ihm eilt deshalb der Ruf eines privilegierten Karrierekaders voraus.

Eine Reise führte ihn in ein kleines Dorf in den kargen Bergen der Provinz Hebei, in dem 600 Menschen in notdürftigen Häusern leben. Er wollte eine Nahaufnahme echter Armut, die Wirklichkeit und keine gefälschten Wahrheiten. Die Bauern im Dorf Luotuowan, die ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 900 Yuan (110 €) haben, wurden von Xi mit Reis, Mehl und Speiseöl beschenkt.

Ob Xi und die neue Regierung in der Lage sind, wirkliche Veränderungen herbeizuführen, bleibt aber abzuwarten. Das in den letzten Monaten von Xi verbreitete Programm zeigt in Richtung Reformen. Er fordert ein nachhaltigeres Wachstumsmodell und mehr Umweltschutz, will das Rechtssystem stärken und hat korrupten Kadern den Kampf angesagt. Beamte im ganzen Land bemühen sich derzeit, nicht durch Verschwendungssucht aufzufallen. Bei offiziellen Essen müssten vier Gerichte und eine Suppe reichen, hat Xi angeordnet, und die Teller sollten leer gegessen werden. (Stuttgarter Zeitung, 15.3.2013)

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