Vorschläge eines China-Korrespondenten

Der seit Jahren in China arbeitende Journalist Bernhard Bartsch beschreibt anläßlich der Etablierung der neuen chinesischen Regierung, welche Reformen in China dringend anzupacken sind. China ist im Eiltempo vom Entwicklungsland zur Weltmacht aufgestiegen. Es könnte diesen Status schnell wieder verlieren, wenn die Führung für Chinas gewaltige Herausforderungen keine Lösungen findet.

Erstens muss die Partei den Glauben an Chinas Reformfähigkeit wieder herstellen. Den letzten großen Erneuerungsschub erlebte das Land Mitte der 1990er, als die Partei die Privatisierung Tausender Staatsbetriebe beschloss. Seitdem ist in China ein mächtiger Geldadel entstanden, der mit der kommunistischen Partei aufs Engste verflochten ist. Die Interessen der neuen Eliten haben den Erneuerungsprozess ins Stocken gebracht. Auch viel diskutierte Sozialreformen scheitereten an Pekings Angst vor unkalkulierbaren Konsequenzen.

Zweitens muss die Führung aufhören, ihr Volk als politischen Gegner zu betrachten, den sie mit Zuckerbrot und Peitsche unter Kontrolle hält. In China ist längst eine kritische Öffentlichkeit entstanden, die ein Interesse daran hat, über ihr Land zu diskutieren.

Drittens muss die Volksrepublik ihre Rolle auf dem internationalen Parkett neu definieren. China ist eine einsame Weltmacht, die nur wenige Verbündete und keine Freunde hat. (Stuttg. Zeitung, 18.3.2013)

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