Chinesische Textilstadt Prato / Toskana

In der traditionsreichen italienischen Textilstadt Prato haben ca. 4000 chinesische Modefirmen die Fabrikhallen der vor Jahren in Konkurs gegangenen italienischen Firmen gemietet. 14.000 gemeldete und bis zu 35.000 illegale Chinesen arbeiten oft sieben Tage die Woche, 16-18 Stunden am Tag , bei einem Monatslohn von weniger als 300 € brutto.Sie fertigen “fast fashion”, schnelle Mode, eine im Design rasend schnell wechselnde Billigware, die dann Boutiquen in ganz Europa überschwemmt. Jeden Tag können die Chinesen eine Million Kleidungsstücke nähen. Der Jahresumsatz dieser drittgrößten Chinatown Europas soll bei zwei bis sechs Milliarden Euro liegen. Die Finanzpolizei schätzt, dass von den Gewinnen mindestens die Hälfte unversteuert das Land verläßt.

Handelt es sich um Sklavenhaltertum oder um chinesische Selbstversklavung? Die Lebensbedingungen des unsichtbaren Heeres sind katastrophal. Die Chinesen hausen dort wo sie arbeiten, z.T. mit Kindern, auf engstem Raum, in schachtelartigen Verschlägen aus Gipskartonplatten – ohne Brand- und Arbeitsschutzmaßnahmen, ohne sozialrechtliche Absicherung. Die viele Illegalen sieht keiner, weil sie in den Fabriken ihrer Landsleute eingeschlossen sind. (Stuttgarter Zeitung, 3.12.2013)

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