Winnie the Pooh , Sesame, Social Credit Score, Quayside

„Spiegel Online“ berichtet, wie sich zu China einer „Digitalen Gesellschaft“ entwickelt.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/digitalisierung-in-china-sei-eine-1-oder-du-bist-eine-0-a-1173854.html

„China digitalisiert sich rasend schnell, aber nach wie vor in mehrfacher Hinsicht abgeschottet. Ein Ergebnis dieser Strategie ist WeChat. Die App ist so etwas wie Facebook, WhatsApp und Paypal zusammen und vereint auch die Funktionalität all dieser Dienste. Mithilfe der Great Firewall und politischem Druck hat China das erreicht, wovon Europa heimlich träumt: Unabhängigkeit von den Big Five, den fünf Tech-Riesen von der amerikanischen Westküste. Die werden entweder ausgesperrt oder auf Linie gebracht.“

Wie die daraus enstehenden Daten verwendet werden, wird innerhalb der Führungszirkeln von Partei und Wirtschaft diskutiert.

„Sesame gilt als eines der Vorbilder für das, was Chinas Regierung für alle will. Einen Punktwert, der alle Bürger zu besseren Menschen machen soll, der erwünschtes Verhalten belohnt, der bestraft, wenn man seine Eltern nicht besucht, oder einfach zu lange untätig herumsitzt. Bislang aber bekam weder Alibaba noch Tencent noch eine von sechs anderen Firmen, die beim Bürgerbewerten mitmachen wollten, eine Lizenz der Regierung. Es scheint Streit darüber zu geben, wem die Daten am Ende gehören.“

Es droht eine umfassende Überwachung und Steuerung der Bevölkerung.

Allerdings gibt es auch im „Westen“ Projekte, die dem Bürger ein komfortables Leben ermöglichen sollen, ihn aber zugleich „gläsern“ machen.

Die „Google“ (bzw. „ALPHABET“) Tochterfirma „Sidewalk Labs“ möchte „vollautomatische“ Städte bauen.

Die Bewohner werden über unterirdische Tunnelsysteme mit den Dingen beliefert, die sie zuvor über das Internet bestellt haben. Verkehr und Transport sollen „autonom“ durch Roboterfahrzeuge erfolgen.

Ein erstes Test-Stadtquartier wird nun im kanadischen Toronto enstehen, das „Quayside Projekt“, meldet die „FAZ“:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kuenstliche-intelligenz/googles-mutterkonzern-baut-eine-intelligente-stadt-15252637.html

„Roboter soll es indessen nicht nur auf den Straßen geben, sondern auch unter der Erde. Nach Vorstellung von Sidewalk Labs könnte ein unterirdisches System von Müllrobotern den Abfall außer Sichtweite transportieren. Ein Netzwerk unterirdischer Roboter könnte auch eingesetzt werden, um Pakete an die Bewohner von Quayside auszuliefern. Auch der Einsatz von Drohnen wird erwogen. Ein solches Frachtsystem soll nach Darstellung von Sidewalk Labs dazu beitragen, dass die Straßen selbst stärker von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden können.“

„Was geschieht mit den Daten?

Unklar ist, was genau Sidewalk Labs mit einem auf dem Reißbrett entworfenen Stadtbezirk für ein Geschäftsmodell verfolgt. Alphabet verdient sein Geld vor allem mit dem Verkauf von Werbung, die sich aus der Auswertung von Daten ergibt. Das digital aufgerüstete Viertel in Toronto wird Sidewalk Labs eine Fülle von Daten liefern, und das wirft die Frage auf, was mit diesen Daten geschieht und inwiefern sie kommerziell verwertet werden könnten.“

Sidewalk Labs:

https://www.sidewalklabs.com/

Sidewalk Labs Toronto:

Dokumente dazu:

https://sidewalktoronto.ca/wp-content/uploads/2017/10/Waterfront-Toronto-RFP-No.-2017-13.pdf

https://sidewalktoronto.ca/wp-content/uploads/2017/10/Sidewalk-Toronto-Image-Gallery.zip

https://sidewalktoronto.ca/wp-content/uploads/2017/10/Sidewalk-Labs-Approach-to-Privacy.pdf

https://sidewalktoronto.ca/wp-content/uploads/2017/10/Sidewalk-Labs-Vision-Sections-of-RFP-Submission.pdf

https://sidewalktoronto.ca/wp-content/uploads/2017/10/Sidewalk-Toronto-Backgrounder.pdf

Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles, Architektur, Energie, Wirtschaft veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.