China und die Kulturrevolution. Der letzte lange Marsch – Vortrag Dr. Cornelia Hermanns – Freitag 22. 6. 2018


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1968 in Deutschland. Sie sind alt, wir sind jung – Mao Tse-tung skandierten Studierende zusammen mit der Roten Garde Berlin vor dem Parteihaus der regierenden SPD in Berlin. Ähnliche Szenen spielten sich ab den späten 1960er Jahren in jeder deutschen Universitätsstadt ab. China und Mao Zedong waren weit weg, aber die Faszination war groß. Während die USA, Schutzmacht des Westens, Vietnam zerbombten, stand China für eine bessere, eine friedliche und antiimperialistische Welt. Rudi Dutschke, einer der wichtigsten Vertreter der 68-er Bewegung, rief in der Bundesrepublik zu unserer Kulturrevolution auf.
Und wie erschreckend wenig haben die 68-er von China gewusst!
1966 hatte Mao Zedong, Vorsitzender der Kommunistischen Partei Chinas, die Große Kulturrevolution verkündet. Mao rief die chinesische Jugend zur Zerstörung des Alten auf. Die Jugend sollte die angeblich immer noch in der Volksrepublik vorhandenen bourgeoisen Denkweisen und Traditionen für immer zerstören, damit das neue China sich entfalten könnte. Kurze Zeit später forderte Mao von der Jugend sogar die Zerschlagung der von ihm mitgegründeten Kommunistischen Partei. Die Roten Garden folgten ihm begeistert.

Mit dem Kleinen Roten Buch, den Worten des Vorsitzenden Mao Zedong in der Hand kämpfte die junge Generation gegen ihre Lehrer, ihre Eltern und alle Klassenfeinde.

Millionen Chinesen haben damals unter der staatlich verordneten Anarchie gelitten. Erst mit Mao Zedongs Tod im Jahre 1976 endete die Große Kulturrevolution, diese letzte von Maos politischen Kampagnen.

In einem spannenden Vortrag erklärt die Tübinger Autorin Dr. Cornelia Hermanns die Hintergründe und Abläufe dieses geschichtlich einzigartigen Phänomens, das China bis an den Rand eines Bürgerkriegs geführt hat und bis heute die chinesische Gesellschaft zutiefst verstört. Wie konnte es dazu kommen? Was waren die Beweggründe für Mao Zedong, sein Land in ein revolutionäres Abenteuer zu hetzen?

Dr. Cornelia Hermanns, Publizistin und Autorin, hat Germanistik und Geschichte mit dem Schwerpunkt Osteuropa studiert. Sie war viele Jahre in der Reiseliteratur tätig. China, seine ältere und jüngere Geschichte sind seit langem ihr Spezialgebiet.
Im Dezember 2016 ist von ihr
China und die Kulturrevolution.
Der letzte lange Marsch
im Drachenhaus-Verlag Esslingen erschienen.
Darin beschreibt sie China in der Zeit von 1911, dem Ende des Kaisertums, bis 1976, dem Tod Mao Zedongs.

In Kürze erscheint ihr neues Buch,
Maos Rote Rebellen.
China und die Kulturrevolution.

Näheres siehe zur Autorin siehe unter der Homepage
www.corneliahermanns.de

Plakat 13; Kulturrevolution Endfassung1

Flyer Cornelia KuRev Endfassung 1

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“Der freie Vogel fliegt” von Jidi und Ageng

In “Andruck”, dem Magazin für politische Bücher, wurde am 18.6. 2018 “Der freie Vogel fliegt” vorgestellt:

Das ist eine Graphic Novel Serie der berühmten chinesischen Künstlerinnen Jidi 寂地 und Ageng 阿梗.

Diese ist im Schweizer “Chinabooks Verlag” in einer zweisprachigen Ausgabe erhältlich (Deutsch und Chinesisch).

Wer sich für die Lebenswelten chinesischer Jugendlicher interessiert, der sollte sich diese Bücher anschauen und lesen, meint die Redaktion von “Andruck”

Der Verlag beschreibt die Geschichte so:

“In Der freie Vogel fliegt erzählt Jidi über die zentrale Figur in der Geschichte, ihr fiktives Alter Ego der Lin Xiaolu, eine semi-autobiographische Geschichte über das Heranwachsen einer Gruppe von Jugendlichen in der westchinesischen Stadt Chengdu in den 90er Jahren.

Die Reihe hat in China, Japan und Korea die wichtigsten Auszeichnungen im Bereich Comic/Graphic Novel erhalten, u.a. den Japan International Manga Award, den ICC Comic Award aus Südkorea und den China Animation & Comic Competition Golden Dragon Award.

Sehr realistisch erfährt man in der Reihe von den seelischen Nöten und Sorgen chinesischer Heranwachsender. Die Autorinnen greifen auch schwierige Themen auf, wie Aufwachsen als Scheidungskind, Mobbing in der Schule, massiver Schuldruck und Prüfungsstress, die manchmal in Suiziden enden, die Entfremdung zwischen den Jugendlichen und den Erwachsenen, in der chinesischen Gesellschaft tabuisierte frühe Liebesbeziehungen zwischen Jugendlichen, der erste grosse Liebeskummer, heimliche Abtreibungen.

Trotz der Schwere mancher Themen spürt man die Lebenslust und den Lebenshunger der Jugendlichen. Lin Xiaolu sammelt Lebenserfahrungen und entwickelt sich im Verlauf der Geschichte von einer Aussenseiterin und grauen Maus zu einer reifen Persönlichkeit, die ihr Leben selbst in die Hand nimmt.”

Den ausführlichen Text findet man hier:

http://www.chinabooks.ch/catalog/product_info.php?products_id=11408&osCsid=9qjr8r3agpdtjoa9v1q11t5r00

Das Comic Buch wurde von der bekannten Übersetzerin Martina Hasse übersetzt

Band 1 kostet ca. 24,62 Euro

ISBN: 978-3-905816-72-3, 9783905816723
Reihe: 踮脚张望 Der freie Vogel fliegt – Mittelschuljahre in China
Verlag: Chinabooks E.Wolf – 华瑞图书网
Sprache: zweisprachig Chinesisch-Deutsch
Erscheinungsdatum: 2018.04
Auflagennummer: 1
Seitenzahl: circa 300-310 Seiten
Format: 26 x 19 cm
Bundart: Paperback

 

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Wer China verstehen will, muss lesen -“Zeit”- Schwerpunkt China

In einer Reihe von Artikeln versucht die “Zeit” das Wissen ihrer Leser über China zu erweitern.

Um ein Land zu verstehen, sei es besonders wichtig sich mit seiner Literatur zu beschäftigen, meint der Sinologe Kai Marchal in seinem Beitrag “Wer China verstehen will, muss lesen”.

https://www.zeit.de/kultur/literatur/2018-05/chinesische-zeitgenoessische-literatur-mo-yan-yu-hua

Chinesische Literatur sei für den westlichen Leser nicht leicht zu verstehen, da sie unter anderen sprachlichen und kulturellen Bedingungen entsteht, als der vertraute westliche Roman.

Kai Marchal zählt eine Reihe von Autoren und Bücher auf, die zum Teil auf dem deutschen Büchermarkt schon bekannt sind. Ein anderer Teil harrt noch auf Entdeckung durch das hiesige Publikum.

Wer seine Leseliste zur chinesischen Literatur erweitern will, findet hier sicher einige Anregungen.

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Vortrag “Taiwan makes happy”, Radreisebericht von S. Holzer

“Taiwan makes happy”

Mit dem Fahrrad entlang der zauberhaften Ostküste

Motivation für diese ungewöhnliche Idee:
Die Idee zu dieser Reise hatten eigentlich meine Kollegen in Taipei. Jahrelang wurde ich hartnäckig am Telefon bearbeitet, wann ich endlich nach Taiwan zu Besuch käme.
Als Reiseziel sei die Insel für mich prädesti-niert – zumal ich meine Urlaube auf dem Fahrrad gestalte und der weltgrößte Fahr-radhersteller in Taiwan beheimatet sei. Der fünfzigste Geburtstag war für mich schließlich der Aufhänger, mich ins Abenteuer zu stürzen: mit Hilfe meiner Kollegen habe ich mittels e-Mails und Konferenzschaltungen in den Taipei Giant Flagship Store ein Leihrad gebucht, um ohne chinesische Sprachkennt-nisse und taugliches Papierkartenmaterial allein die reizvolle Ostküste auf dem Zweirad zu erkunden. Jetzt weiß ich: nicht nur die Landschaft ist wunderschön, die Gaumen-freuden sind ein Hochgenuss – die eindrück-lichsten Erfahrungen waren jeden Tag aufs Neue die herzerfrischenden menschlichen Begegnungen. Um mit der Mangoverkäuferin aus Kenting zu sprechen: “Taiwan makes happy!”

von

Simone Holzer
Betriebswirtin, in der Freizeit viel mit dem Fahrrad auf Erkundungstour.

Reiseverlauf

Taipei – Teeanbaugebiet Pingling – Jiaoxi – Yilan – entlang der Steilküste nach Nan’ao und Hualien – Chenggong – Taitung – Dawu – Jiupeng Desert – Nationalpark Kenting – Kaohsiung …. mit dem Zug nach Tainan und zurück nach Taipei

Reisezeit: 7. – 30.Oktober 2017

 

Vortrag am Freitag 4.5.2018, 20.00 Uhr

Hirsch Großer Saal
Hirschgasse 9

Unkostenbeitrag € 3,-

 

Plakat:

Taiwan Rad Plakat24d

Flyer:

Taiwan Radreise Endfassung

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Reis versus Weizen: die Theorie von Thomas Talham

Thomas Talham, ein “Assistant professor of behavioral science” an der Univerität von Chicago, erforscht, wie sich die Anbaumethoden von verschiedenen Getreidenarten auf die Pyschologie der Gesellschaft auswirkt.
Bei einem Aufenthalt in Chima sind ihm besonders die Unterschiede zwischen der “Weizenkultur” im Norden Chinas zur “Reiskultur” im Süden aufgefallen.
Weizenbauer seien eher individualistisch, da dessen Anbau durch eine kleine Gruppe erfolgen kann.
Reisanbau erfordert mehr Menschen und einen größeren Aufwand an Organisation.
Deshalb seien Reisbauern eher gruppenorientiert und weniger individualistisch. Diese Unterschiede hätten sich über die Jahrtausende in der Gesellschaft verfestigt.

Sie prägen noch heute selbst die Menschen, die schon lange in Städten wohnen und nichts mehr mit der Landwirtschaft zu tun haben.

Im Deutschlandfunk kann man eine Besprechung von Thomas Talham´s neuesten Forschungsbericht nachhören, unter:

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2018/04/26/das_erbe_der_reisbauern_tradition_praegt_modernes_dlf_20180426_1645_e280b996.mp3

Bei Youtube gibt es ein Video zu Talhams Theorie:

Thomas Talham hat auch eine Webseite:

https://thomastalhelm.weebly.com/

Weitere Links:

https://www.nottingham.edu.cn/en/iaps/institute-events/1617/seminar-160907.aspx

https://www.chicagobooth.edu/faculty/directory/t/thomas-talhelm

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24812395

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Helwig Schmidt-Glintzer | China – Anatomie einer Weltmacht (NZZ Standpunkte 2017)

Prof. Dr. Helwig Schmidt-Glintzer ist Tübingen durch seine Arbeit als Direktor des China Centrums (CIT) verbunden.

Die “Neue Züricher Zeitung” (NZZ) machte im Mai 2017 ein Interview mit ihm, das nun auf youtube verfügbar ist:

“Die Einigung Chinas und sein Aufstieg zur Weltmacht gehört zu den Kernentwicklungen unserer Epoche. Dabei war Chinas Wiedergeburt keine Selbstverständlichkeit. Sein Weg unter Mao war nicht einfach «ein großer Sprung nach vorn», sondern ein beschwerlicher Pfad historischer Erneuerung, der einerseits eine unerhörte Modernisierungsdynamik entfesselte und anderseits Millionen von Gewaltopfern forderte. Mit dem China-Kenner Helwig Schmidt-Glintzer unterhalten sich NZZ Chefredaktor Eric Gujer und die Politikphilosophin Katja Gentinetta über China als «Global Player», über den Zustand des kommunistisch regierten Landes sowie über dessen Möglichkeiten, die Systemfesseln sprengen, ohne die eigene Stabilität zu gefährden.”

Sendung vom 14.05.2017

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Vector Architects Projekt: Umgestaltung “Captain´s House” in Fujian

Vector Architects ist ein renomiertes chinesisches Büro, das versucht eine eigene Formensprache für das China des 21. Jahrhunderts zu entwickeln.

Neben Großprojekten werden auch kleinere Aufträge angenommen.

In der Provinz Fujian auf der Halbinsel Huangqi gibt es eine bebaute Engstelle, mit einer spektakulären Aussicht auf das Meer.

Hier haben die Architekten ein bestehendes Wohnhaus aufgestockt und modernisiert.

Einen Eindruck davon bekommt auf Webseite des Büros unter folgendem Link:

http://www.vectorarchitects.com/m/index.php/project/detail/62

Auch in der deutschen Fachzeitschrift “Detail” wird das Projekt beschrieben:

https://www.detail.de/artikel/ueberwoelbt-und-aufgestockt-vector-architects-sanieren-captains-house-31502/

In einem Land, in dem zur Zeit noch gerne ganze Stadtviertel abgerissen werden, um hohen Neubauten zu weichen, sind Projekte, die den behutsamen Umgang mit alter Bausubstanz aufzeigen noch eher selten.

Welches Potential in alten “Hutong” Gebäuden steckt, zeigt ein anderes “Vector” Projekt, der “Hybrid Courtyard” in Peking:

http://www.vectorarchitects.com/m/index.php/project/detail/57

Inzwischen interessieren sich jüngere gutverdienende Chinesen vermehrt für solch ein “hippes” Wohnambiente.

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Internationale Gerichtshöfe für die Seidenstraße

Die “Neue Seidenstrasse-Initiative” (“Belt and Road”) mit der China seinen Einfluß auf den euroasiatischen Raum ausbauen will, bekommt zunehmend auch institutionelle Formen.

So wird aus einer losen “Initiative” langsam eine “Organisation”.

Streitigkeiten zwischen den Partnern sollen vor internationalen Gerichten geregelt werden. Dazu werden drei Gerichtshöfe in China installiert, meldet die “Global Times”.

“China hat beschlossen, drei internationale Gerichte einzurichten, die sich mit Streitigkeiten im Zusammenhang mit der mehrere Milliarden Dollar schweren Belt and Road Initiative (BRI) befassen, unter der es massive Investitionen tätigt, so berichten offiziellen Medien in Peking.

Das chinesische Oberste Volksgericht wird internationale Gerichte in Peking, Xi’an, der Hauptstadt der Provinz Shaanxi und Shenzhen einrichten, schreibt die staatliche Global Times.
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Entschließung des Europäischen Parlaments vom 18.1.2018

Das Europäische Parlament stimmte der Entschließung zu, die sich auf vier Fälle von Menschenrechtsverteidigern sowie einen tibetischen Mönch bezieht (6 Seiten).

Auszüge:

Die chinesische Regierung hat neue Gesetze erlassen, von denen insbesondere das Gesetz über die Sicherheit des Staates, das Gesetz zur Bekämpfung des Terrorismus, das Gesetz zur Internetsicherheit und das Gesetz zur Regulierung ausländischer nichtstaatlicher Organisationen zu nennen wären, in denen öffentliches Engagement und der gewaltfreie Ausdruck von Kritik an der Regierung als Bedrohungen der staatlichen Sicherheit abgestempelt werden,…

Das EP fordert die chinesische Regierung auf, die Verfassung ihres eigenen Landes einzuhalten, insbesondere in Bezug auf Artikel 4, der den Schutz der nationalen Minderheiten vorsieht, Artikel 35, der Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit und die Freiheit, an Prozessionen sowie Demonstrationen teilzunehmen, gewährleistet, Artikel 36, der das Recht auf Religionsfreiheit vorsieht, …

(angenommene Texte des EP, P8 TA-PROV(2018)0014)

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Präsident Macron lernt Chinesisch

Wie Emmanuel Macron Chinesisch lernt, kann man in diesem Video sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=EtNaeC9V2wc

Mehr dazu in einem Artikel in der “Southern China Morning Post”.

http://www.scmp.com/news/china/diplomacy-defence/article/2127469/macron-charms-china-he-grapples-chinese-language

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